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SVL 1.Mannschaft

Rasantes Derby endet nach furiosen letzten Minuten 3:3

22.05.2018

Listerscheid und der Nachbarverein SC LWL 05 spielen im letzten Nachholspiel der Saison unentschieden. Die Konstellation war vor dem Anpfiff brisant. Die Zweitvertretung des Nachbarvereins befindet sich im Aufstiegsrennen und hatte vor Spielbeginn drei Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Listerscheid als siebter der Tabelle konnte dem Rivalen ein Beinchen stellen und das Aufstiegsrennen noch spannender gestalten. Die Verletzungsliste lüftete sich vor dem Derby etwas und mit Xhevat Belegu und Florian Budde standen zwei Spieler in der Startformation, die wochenlang verletzungsbedingt außen vor waren. Zudem halfen mit Sascha „Menne“ Schulte und Christian Stute wieder einmal zwei Altligaakteure aus, Sascha spielte sogar von Beginn an auf der Position des Rechtsverteidigers. Eins sei vorab gesagt: Trotz sinnflutartigen Regenfällen in der ersten Hälfte sollten die rund 100 Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen. Insbesondere die Schlussphase haben wohl nur die wenigsten der Anwesenden in der Form miterlebt.

Listerscheid begann in gewohnter Formation und überließ, auch aufgrund der personellen Besetzung, dem Gastgeber den Ball. Nach Balleroberung oder nach Abschluss des Gegners wollte Listerscheid schnell und zielstrebig nach vorne spielen, die schnellen Außen einsetzen und Chancen erzwingen. Der Gegner aus dem Nachbardorf lies den Ball hinten rum gut laufen und versuchte immer wieder durch die abkippenden Offensivspieler ihrerseits die Außenspieler einzusetzen. Im Sturm lauerten mit Sonntag, Wessels und Extremera Mayo drei torgefährliche Spieler, die in dieser Saison zusammen schon über 50 Tore erzielt haben.

LwL hatte demnach mehr Ballbesitz und gewann die ersten fünf bis zehn Minuten mehr Zweikämpfe. Der SVL suchte noch nach der richtigen Formation und Abstimmung. Richtige Torchancen waren zunächst auf keiner der beiden Seiten erkennbar. Der erste gefährliche Abschluss gehörte dem Gastgeber. Auf der anderen Seite hatte Mittelstürmer Alexander „Kalli“ Khalladi die riesen Chance, um das 0:1 zu erzielen. Er lief nach Abwehrfehler alleine auf den Keeper zu, schloss jedoch etwas überhastet ab. Plötzlich gehörten die offensiven Aktionen dem Gast aus dem Ihnetal. In letzter Sekunde musste ein Abwehrspieler nach Boecher-Flanke vor „Kalli“ retten, der den Ball nur noch über die Linie hätte drücken müssen. Auch die Standards waren an diesem Tag stets gefährlich. Innerhalb von zwei Minuten sollte sich das Spiel noch einmal verändern. Abwehrspieler und Kapitän Matz Teipel sah in der 43. Minute zunächst die gelbe Karte und wurde eine Minute später vom souveränen Schiedsrichter nach Foulspiel vom Platz gestellt. Es ging mit einem gerechten Unentschieden in die Kabinen. LWL war die spielbestimmende Mannschaft, der SVL hatte die größeren Möglichkeiten.

Nach der Pause galt es für die Jungs aus dem Ihnetal also noch mehr füreinander zu laufen und zu kämpfen. Der Gegner rannte weiterhin an, hatte eine hohe Ballbesitzquote, erspielte sich jedoch zunächst kaum Chancen. Listerscheid konnte auf dem großen Platz und mit einem Mann weniger zunehmend weniger für Entlastung sorgen. Zudem war den Spielern anzumerken, dass die Fitness nachgelassen hat.

Die fulminante Schlussphase mit sechs Toren in knapp zehn Minuten wurde in der 80. Spielminute eingeleitet. Zunächst traf Hofmeister nach einer Standartsituation per Kopf zum 1:0 für die Gastgeber. Knapp 90 Sekunden später wurde Budde in den linken Halbraum geschickt. Er hielt den Ball kurz, guckte hoch und flankte butterweich auf den zweiten Pfosten. Dort schraubte sich „Kalli“ hoch und setzte den Kopfball platziert, sodass der Keeper zwar dran war aber das 1:1 nicht verhindern konnte. Im Anschluss die riesen Möglichkeit zur Führung für Listerscheid. Nach einer Ecke köpfte Khalladi ins linke Eck und der Ball wurde Zentimeter vor der Linie von einem LWL Spieler geklärt.

Der in der Schlussphase eingewechselte Sangermann drehte auf Seiten der Gastgeber jetzt auf. Er wurde auf der rechten Seite nicht an der Flanke gehindert und fand in der Mitte Rauterkus, der den Kopfball gegen die Laufrichtung von Keeper „Eugen“ ins Eck einnickte (85. Spielminue). Es blieb für beide Mannschaften keine Zeit zum Durchatmen. In der 87. Minute segelte eine Flanke in den Strafraum von LWL. Der eingewechselte Christian Stute köpfte sich auf den eigenen Fuß und von dort sprang der Ball ins Tor. Der angesprochene Sangermann wurde eine Minute später erneut nicht genügend angegriffen, passte in die Mitte und Lengsfeld erzielte mit einem Flachschuss ins kurze Eck das möglicherweise vorentscheidende Tor im Kampf um den Aufstieg zum 3:2. Die Jungs aus dem Ihnetal warfen nun alles, inklusive Torwart „Eugen“, nach vorne. LWL merkte man die Nervosität an und so holten sich drei Spieler innerhalb von wenigen Minuten eine gelbe Karte ab, weil nun jeder Ball nach Pfiff des Schiedsrichters weggeschossen wurde. Ein letzter verzweifelter Freistoß aus dem Halbfeld segelte vor den Strafraum des Gastgebers. Der eingewechselte Matthäus „Mattu“ Kusch wurde zu Fall gebracht und der Schiedsrichter gab den Freistoß aus knapp 20 Metern zurecht. Mit der Ankündigung des Schiedsrichters, dass dies die letzte Aktion sein wird, bevor er abpfeift, nahm sich Spielertrainer Hendrik „Henna“ Busenius den Ball. Er drosch ihn mit Wucht an der Mauer vorbei Richtung Tor. Auf dem Weg wurde der Ball noch leicht abgefälscht und schlug unhaltbar ein. Der Schlusspfiff ging unter dem Jubel der SVL-Akteure und Fans unter.

Listerscheid gestaltet das Aufstiegsrennen noch spannender. Durch eine geschlossene kämpferische Mannschaftsleistung nimmt der SVL im letzten Auswärtsspiel der Saison noch einen Punkt mit. Am vorletzten Spieltag kann man sich ausruhen, weil der SVL am Pfingstwochenende spielfrei hat. Eine Woche später gastiert die bereits gerettete Spielgemeinschaft aus Saalhausen/ Oberhundem im Ihnetal. Alle Fans, Gönner und Sponsoren sind eingeladen, 60 Jahre SVL mit der Mannschaft zu feiern und einen Schlussstrich unter die nicht immer schöne und leichte Saison zu ziehen. Die Mannschaft würde sich über eine Vielzahl von Gästen freuen.

Setzte mit seinem Treffer zum 3:3 den Schlusspunkt unter ein kurioses Derby- Hendrik Buseniu